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Paros - Despotic

Paros gehört zum Inselkomplex, der die Inseln Antiparos, die kleinen unbewohnten Inseln Despotiko, Strogilo und andere kleinere Felseninseln umfasst.

Die Insel wurde zum ersten Mal am Ende der Jungsteinzeit besiedelt, wie die Siedlung auf der kleinen Insel Saliagos zwischen Paros und Antiparos beweist. Im 3. Jhdt. v.Chr. wurden viele Siedlungen gebaut, dessen Existenz hauptsächlich von der Entdeckung von Friedhöfen aus der spätkykladischen Zeit, bestätigt wird.

Eine wichtige Einnahmequelle für Paros waren die antiken Steinbrüche, wo der berühmte parische Marmor, bekannt als Lychnitis (Lampe/Leuchte), abgebaut wurde, was zur Schaffung einer herausragenden Schule der Bildhauerkunst mit griechenlandweiter Ausstrahlung führte. Die antiken Marmorsteinbüche befinden sich in Marathi und Lakkous.

Die moderne Stadt –Parikia – wurde auf den Ruinen der antiken Stadt erbaut.

Die Fläche, die die antike Stadt deckte, war groß und erstreckte sich in die Umgebung der Burg (Kastro). Folgend werden einige der wichtigsten Orte des Stadtbezirks kurz beschrieben.

Im Ort „Krios“ gegenüber dem Hafen von Parikia befinden sich die Ruinen eines großen bogenförmigen Gebäudes aus der Spätantike.

Auf der Spitze des Hügels, der über den Hafen herrscht und in Richtung Delos befindet sich der Tempel zu Ehren des Apollon Delios und der Artemis aus dem 5. Jhdt. v.Chr.

Im Ort „Tris Ekklisies“ befanden sich drei Kirchen aus dem 17. Jhdt, die auf den Ruinen einer großen altkirchlichen Basilika aus dem 6. Jhdt. v. Chr. mit Bauelementen des Heroon von Archilochos aus dem 6. Jhdt. v.Chr. errichtet wurden.

Im Ort Agia Anna befinden sich die Tempel des Apollon Pythios und des Asklepios. Vom Tempel des Apollon Pythios ist nur das Fundament erhalten geblieben. Der Tempel des Asklepios wurde im 4. Jhdt. v.Chr. in der Nähe eines Brunnens gebaut.

Die antike Stadt von Paros wurde während der Archaik durch eine Mauer geschützt. Die östliche Pforte der Mauer war vom Ort Dio Plakes seit früheren Zeiten sichtbar und bestand aus zwei riesigen monolithischen Anten.

In der später erbauten venezianischen Burg herrschte der Tempel der Athena Poliouchos (die „Stadtgöttin“) aus dem Jahr 525 v.Chr. Ein charakteristisches Merkmal des Reichtums der Gebäude der antiken Stadt ist die Burg, die im Jahr 1260 vom venezianischen Herzog von Naxos errichtet wurde. ImTurmbleibtdieeingebauteKuppelausMarmorausdem 4. Jhdt. v.Chr. erhalten, die der Göttin Hestia gewidmet war.

Im Ort Tholos befinden sich die Werkstätte der Stadt. Es wurden eine Werkstatt der Bildhauerkunst und eine sehr gut organisierte Töpferei aus der Epoche des Hellenismus entdeckt.

Im Ort „Kastrovouni“ wurden 5 Gebäudeanlagen aus der Epoche des Hellenismus entdeckt, dessen Atrien Mosaikboden verfügten. Im Ort „Floga“ wurden die Ruinen eines zweistöckigen Hauses aus dem 2. Jhdt. v.Chr. entdeckt.

Besonders interessant ist die Region „Agios Panteleimon“. Dort wurden ein großes archaisches Heiligtum und wichtige Skulpturen wie z.B. der Körper eines archaischen Kouros aus Marmor mit dem beschrifteten Sockel entdeckt.

Außerdem wurden noch der Köper der archaischen Marmorstatue Gorgo/ Medusa, das Akroterion des Tempels und der Körper eines jungen Mannes, wahrscheinlich Athlet oder Krieger, aus der klassischen Zeit (460-450 v.Chr.) entdeckt.

Der wichtigste Fund aber ist das besonders große Relief mit der Darstellung einer stehenden, weiblichen Gestalt mit einem Peplos, das wahrscheinlich aus dem Heiligtum der gesetzgebenden Demeter (thesmoforos) und der Kore (Jungfrau/ Frühjahresgöttin) stammte und mit dem großen Freilichtheiligtum, das wir oben erwähnten, übereinstimmt.

Im 6. Jhdt. v.Chr. begann Paros ein gewagtes Bauprojekt in dessen Rahmen ein großer Tempel des Apollon auf der Insel Despotiko errichtet wurde.

Despotiko liegt westlich von Antiparos und während der Antike war es mit der kleinen Insel Tsimintiri durch einen Kanal verbunden. Westlich von Despotiko liegt die kleine Insel Strogilo.

Die ersten archäologischen Forschungen auf Despotiko fanden Ende des 19. Jhdt. statt, als die Gräber und ein Teil der Siedlung aus der frühkykladischen Zeit ans Licht kamen.

Nach jahrelangen Ausgrabungen wurde bis heute ein großes archaisches Heiligtum zu Ehren Apollon entdeckt. Bis jetzt sind 12 Gebäude entdeckt worden.

Der Mittelpunkt des Heiligtums ist das sog. Nord-Temenos, das die Gebäude A, Δ und E umfasst. Südlich von diesem Gebäude befindet sich der sogenannte Südkomplex mit den Bauanlagen Θ und I.

Die Gebäude Β, Γ, Ζ, Η, Κ, Λ decken eine große Fläche, fast von der Küste bis zur Ausdehnung des Heiligtums und liegen entlang des Weges, den die Verehrer vom Hafen bis zum Tempel des Heiligtums folgen würden. Gebäude Γ besteht aus zwei großen Zimmern. Südlich von Gebäude Γ befindet sich das Gebäude Ζ, das aus vier Zimmern mit einheitlichem gefliestem Atrium besteht.

Östlich der oben erwähnten Gebäude befindet sich das Gebäude B. Es handelt sich um eine große Bauanlage, die aus sieben Räumen besteht und womöglich als Lager diente. Nahegelegen befindet sich das Gebäude H, das aus sechs Zimmern und einem halbkreisförmigen Raum besteht. Es datiert von der späteren Archaik. Kurz entfernt liegen die Gebäude K und Λ. Hierbei handelt es sich um zwei kleine Bauanlagen, die wahrscheinlich als Warten dienten.

 

Das Gebäude A war das Verehrungsgebäude des Heiligtums und bestand aus fünf parallelen Zimmern. Der Grundriss des Gebäudes wird in zwei Abteilungen geteilt, den Nordteil mit den Zimmern A1 und A2, der als Tempel diente und den Südteil mit den Zimmern A3, A4 und A5, der als Bankette des Heiligtums diente.

 

Unter den Bodenplatten von Zimmer A1 kamen 600 Gegenstände ans Licht mit kykladischer, korinthischer, ost-ionischer, zypriotischer und ägyptischer Herkunft. DiemeistendatierenvonderArchaik (7.-6. Jhdt. v.Chr.).

Die Anzahl der hauptsächlich aus Korinth und Ionia eingeführten Gefäße ist sehr groß.

Es wurden zahlreiche keramische Statuetten mit sitzenden Frauenfiguren mit einem Polos aus den ost-ionischen Werkstätten der Archaik und viele Gegenstände, die aus Ägypten eingeführt wurden, entdeckt.

Unbeschädigte achtförmige Fibeln aus Elfenbein.

Der wichtigste Fund aus Zimmer A1 war der o.e. Teil der frauenförmigen dedalischen Statuette, die die erste Verehrungsikone des Tempels ist und von 680 v.Chr. datiert.

Im zweiten Zimmer des „Tempels“ wurden drei große Sockel aus Marmor entdeckt, von denen der eine als Basis der Weihstatue des Tempels diente und von 500 v.Chr. datiert.

Der Peribolos schützte das Temenos und wurde in verschiedenen Phasen gebaut. Zuerst wurde das Gebäude A und der Nordzugang gebaut.

Nördlich von Gebäude A wurde in 550-525 v.Chr. ein tempelförmiges Gebäude Δ hinzugefügt.

Gleichzeitig wurde die Nord-Stoa dem Peribolos zugefügt.

An der südlichen Seite des Peribolos haben wir den Südzugang und die Süd-Stoa.

Außerhalb des Peribolos liegt das Gebäude E, das von der 2. Hälfte des 6. Jhdt. v.Chr. datiert.

Ungefähr in der Mitte des Peribolos haben wir die sogenannte halbkreisförmige Konstruktion, die der Altar des Heiligtums sein soll.

Vor dem Gebäude A befindet sich der viereckige Eschara (Altar) der Hestias Isthmias, der an die Göttin Hestia gewidmet ist.

Südlich vom Verehrungsteil des Peribolos liegt der Südkomplex, der aus den Gebäudeanlagen Θ und I besteht. Im nördlichen Teil der Gebäudeanlage Θ liegt die „viereckige Baut und das Kultbad“.

Die Gebäudeanlage I besteht aus elf Zimmern.

Unter dem „Kultbad“ und in der Gebäudeanlage I wurden sechs ältere Wände entdeckt, die tiefer fundiert waren.

Während der Spätantike wurde das Heiligtum nicht mehr betrieben und im 17. Jhdt. wurde es von Piraten ganz zerstört.

Besonders interessant, was die Geschichte des Heiligtums betrifft, ist das Schicksal der Marmorstatuen, die das Temenos als glorreiche Opfergaben dekorierten und somit den Glanz und die Pracht des Reichtums des Heiligtums schlagkräftig beweisen. Es wurden viele Scherben von Statuen und hauptsächlich von archaischen Kouren entdeckt.

 

Der Tradition zufolge gab es auf den Kyklades 22 Tempel, die an den Gott Apollon gewidmet waren und einer davon war der Tempel in Despotiko, den die Parianer auf dieser Insel errichteten, um Ihre Herrschaft in der Ägäis zu festigen.

Wir vermuten, dass die Zerstörung von Despotiko aufgrund des Konfliktes zwischen Paros und Athen am Anfang des 5. Jhdt. v.Chr. erfolgte.