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Reise durch die Zeit

Zwischen den Trockenmauern und den Äckern sieht man Steine, die die ersten Einwohner der Insel vor tausenden von Jahren, in der Altsteinzeit benutzt hatten. Sie lebten zu kleinen Gruppen in Höhlen, wie das Spilaio ton Daimonon (Höhle der Dämonen) am Hügel des Ai Giorgis in Lagada und anderen natürlichen Unterkünften. Auf der kleinen Insel Saliagos (in
der Meeresenge zwischen Paros und Antiparos) wurden die Ruinen einer Siedlung aus der
Jungsteinzeit entdeckt, also aus der Zeit 4.300-3.900 v. Chr. Die Einwohner beschäftigten
sich mit dem Fischfang, der Jagd und dem Ackerbau, und sie liebten das Abenteuer.

Während der Kykladischen Epoche von 3.200 v. Chr. bis 2.000 v. Chr. entstehen kleine Dörfer in der Festung von Parikia, in Drios, in Pirgaki, in Glifa, in Aliki (Avissos) und in der Nähe von Kolimbithres bei Naousa.

Die Minoer kommen als Händler auf die Insel, die nunmehr von 2.000 v. Chr. bis 1.500 v.
Chr. enge Beziehungen zu Kreta haben. Obwohl Paros in dieser Zeit Minois oder Minoa heißt verliert die Insel ihre Identität nicht. Im Laufe der Geschichte wird sie noch oft mit anderen Namen aufgeführt wie: Paktia, Demetrias, Yria, Yliessa, Plateia und Kavarnis.

Auf Paros, auf der Anhöhe von Koukounaries bei Naousa und in der Festung von Parikia

wurden überdies Überreste von mykenischen Palästen gefunden.
Die Ägäis ist aufgewühlt von den Völkerwanderungen und Paros wird von den Arkadiern erobert. Nach deren Oberhaupt Paros Parrasios bekam die Insel schließlich ihren heutigen Namen.

Die Arkadier vermischen sich schließlich mit den neu angekommenen Ioniern, die bis zur Zeit
Homers dort verweilen. Im 8. Jh. v. Chr. kommt der Dichter Archilochos, der Parier auf die Welt und Paros entwickelt sich zu einer bedeutenden Seefahrermacht. Sie geht hinaus aufs Meer und gründet Kolonien in Thasos, Propontis, Parion und Pharon an der Adria. 600 v. Chr. prägt Paros eigene Münzen.

Verehrt werden die zwölf Gottheiten des Olymps, und Zeugnisse dieser Epoche befinden
sich in den Überresten der Tempel von Eileithyia, des Hypatos Dios, der Aphrodite, in
Delion, dem Tempel des Asklepios und des Pythion Apollo, auf den Hügeln um Parikia. Im
archäologischen Museum von Paros befinden sich Ausgrabungsfunde aus allen Epochen.
Der Marmorsteinbruch in Marathi läuft auf Hochtouren. Paros erlebt eine bedeutende
wirtschaftliche und künstlerische Blüte. Der Parische Marmor „Lychnites“ (Leuchte) ist sehr
begehrt, und bedeutende Kunstwerke entstehen in den Werkstätten parischer Bildhauer wie Skopas und Agorakritos. Die Stadt Paros zählt 50.000 Einwohner und verfügt über herrliche Marmorbauten, Gymnasion, Theater und Stadion.

Im 3. Jh. v. Chr. erbauen parische Baumeister den Tempel auf Delos aus Parischem Marmor,
und Milos kauft Marmor aus Paros, zur Herstellung der Aphrodite von Milos (Museum
Louvre). Es entsteht die Parische Chronik (Oxford England) – eine Zeittafel. Danach beginnt der Niedergang. Die Kykladeninseln werden zu Exilorten für die Feinde des Römischen
Reichs.

Auf die Zeit des Römischen Reiches folgt die Byzantinische Epoche. In Parikia wird ein
Monument der Orthodoxie erbaut, die Kirche der Panagia Ekatontapyliani sowie die Tris
Ekklisies, Drei Kirchen, 1 km außerhalb von Parikia in Richtung Naousa. Ab dem 3. Jh. n.
Chr. etabliert sich das Christentum auf Paros.

Es folgt die Zeit der Venezianer und die Familie der Sanudo regiert 200 Jahre lang die Insel.
Ihr Sitz ist Parikia, wo die Burg, das Kastro erbaut wird. Zur gleichen Zeit entstehen die
Festungen von Naousa (oder Kasteli, im Hafen des Ortes) und des Kefalos (auf dem Hügel
von Agios Antonios in Marpissa). Der Parische Marmor wird wieder exportiert, diesmal
nach Venedig, und Paros blüht erneut auf.

Im Jahre 1537 wird die Insel durch Piratenangriffe unter der Führung Barbarossas zerstört.
Die Bewohner der Insel leben in ständiger Angst vor den Piraten. Wenig später unterwerfen
sie sich der Türkenherrschaft. Zu der Zeit entstehen neue Dörfer (Lefkes, Kostos, Marmara).
1774 kommen die Russen nach Paros, gehen mit ihrer Flotte in der Bucht von Naousa,
an der Insel Agia Kali vor Anker und richten Heereslager, Lagerhäuser, ein Krankenhaus,
Werften ein. Paros wird zum Zentrum russischer Dominanz unter den Orloff-Brüdern.
Am Aufstand von 1821 nimmt Paros aktiv teil und hier agierte auch die Heldin des
griechischen Unabhängigkeitskampfes Manto Mavrogenous.

Seitdem gehört die Insel dem freien Hellenischen Staat an. Es entwickelt sich eine
bedeutende Inselkultur. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sehen sich viele Einwohner der Insel gezwungen,
auszuwandern, anfangs nach Piräus und später ins Ausland. Um 1970 beginnt eine neue Zeit
des Wachstums für Paros, die überwiegend auf dem Tourismus basiert.

ΤΙΡ am Ende der historischen Informationen

Beim Flanieren durch die Gassen von Parikia, suchen Sie die Stadtbibliothek „G. Ghikas“ auf
und werfen Sie einen Blick zurück auf 8.000 Jahre Geschichte.